Ines Kettenburg –

„Anders Anders“

Ines Kettenburg, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, war viele Jahre als Architektin tätig, sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Vor über zehn Jahren nahm ihr Leben durch die Diagnose Multiple Sklerose (MS) eine unerwartete Wendung. Die Krankheit zwang sie, ihren Beruf aufzugeben – öffnete jedoch zugleich die Tür zu einer neuen Form des kreativen Ausdrucks. Über die Architektur kam sie zur Malerei, und was zunächst als persönliche Bewältigungsstrategie begann, entwickelte sich zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache.

Seither malt Ines Kettenburg mit Acryl auf Leinwand. Ihre Werke zeichnen sich durch Experimentierfreude, Offenheit und emotionale Tiefe aus. Sie probiert Materialien, Techniken und Farbharmonien aus immer mit dem Ziel, ihre innere Welt sichtbar zu machen. Sich auf einen Stil festzulegen, lehnt sie bewusst ab. Daraus entstand ihr programmatischer Kunstbegriff Anders Andersein Ausdruck ihres künstlerischen und persönlichen Selbstverständnisses: anders sein, anders empfinden, anders gestalten.

Seit zwei Jahren arbeitet Ines Kettenburg im jüdischen Kunstatelier Omanut, einem Atelier für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung. Dort findet sie Austausch, Inspiration und die Möglichkeit, ihre Kunst weiterzuentwickeln. Trotz der körperlichen Einschränkungen, die ihre MS mit sich bringt taube Finger, Fatigue, Gleichgewichtsprobleme und Gehbehinderung schafft sie es, ihren inneren Antrieb in Farbe und Form zu übersetzen. Ihre Malerei ist für sie Therapie, Ausdruck und Befreiung zugleich.

Ines Kettenburg malt mit der Haltung einer Forscherin, mit Mut und Neugier, mit Zähigkeit und Humor. Ihre Werke erzählen von Widerstandskraft und Lebensfreude, vom Behaupten einer eigenen Perspektive in einer Welt, die nicht immer barrierefrei ist.

Ihr Motto lautet:
Was kann ich trotz MS schaffen?
eine Frage, auf die sie mit jedem neuen Bild eine Antwort gibt.